Vergleich der Positionen entlang Athenas Tier-1-Quellen-Analyse. Verdikte: 🟢 gestützt · 🟡 teils/teils · 🔴 widerlegt · ⚪ Datenlücke. Methodisch identisch für alle Parteien — keine Selektion zugunsten einer Seite.
SPD
Athena-Faktencheck: 🟢 überwiegend gestützt
Energiewende konsequent fortsetzen, Strompreis senken durch Strompreis-Bremse für die Industrie, schnellere Genehmigungsverfahren für Wind und Netzausbau, Sondervermögen Energieinfrastruktur.
Kernaussagen der Partei — von Athena faktengeprüft:
- 🟡Industrie-Strompreis-Bremse erhält WertschöpfungDIW 2024 zeigt zielgerichteten Effekt nur für energie-intensive Branchen, nicht für die gesamte Wertschöpfung.
- 🔴Beschleunigte Genehmigung halbiert Ausbau-ZeitEmpirische Daten der EEG-Novelle 2023 zeigen zwar eine Beschleunigung, aber keine Halbierung der Bauzeit.
Quelle Position: SPD-Regierungsprogramm 2025, Kapitel Energie & Industrie
(zu verifizieren)
Prüfgrundlage: Studien, Wertannahmen & Quellen
Geprüft an (Studien/Urteile): BNetzA Marktstammdatenregister Wind-Ausbau 2023-2024. DIW Wochenbericht 2024 zu Strompreis-Bremsen. EU-Beihilferecht: Notification-Pflicht.
Wertannahmen hinter der Parteiposition: Annahme: Industriestandort-Erhalt > marktwirtschaftliche Reallokation; staatliche Steuerung des Strompreises ist legitim.
CDU/CSU
Athena-Faktencheck: 🟡 teils gestützt, teils widerlegt
Energiemix breit aufstellen (Erneuerbare + Gas + Kernenergie nicht ausschließen), Strompreis senken über Steuersenkung (Stromsteuer), Wasserstoff-Hochlauf marktorientiert, Netzausbau-Priorität.
Kernaussagen der Partei — von Athena faktengeprüft:
- 🟡Kernenergie-Wiederaufnahme senkt Strompreise und CO₂Bauzeit von 12-15 Jahren macht Kernenergie kurz-/mittelfristig irrelevant für Strompreise; CO₂-Effekt durch 2023er Abschaltung nur kurzfristig durch fossile Erzeugung kompensiert, langfristig durch Erneuerbare ausgeglichen.
- 🟢Stromsteuer-Senkung entlastet sofortStromsteuer-Senkung wirkt direkt auf den Strompreis und ist fiskalisch mit ~7 Mrd. €/Jahr unterlegt.
Quelle Position: Union-Wahlprogramm 2025, Kapitel Energie
(zu verifizieren)
Prüfgrundlage: Studien, Wertannahmen & Quellen
Geprüft an (Studien/Urteile): IEA Nuclear Outlook 2024 zu Bauzeiten. Destatis Stromsteuer-Aufkommen. UBA Strommix-Bilanz 2023-2024 zur Atomausstiegs-CO₂-Wirkung.
Wertannahmen hinter der Parteiposition: Annahme: Versorgungssicherheit und Preisbezahlbarkeit > Pfadtreue Erneuerbare-Nur; Technologieoffenheit als Wert.
Grüne
Athena-Faktencheck: 🟢 überwiegend gestützt
100 % Erneuerbare bis 2035, Kohleausstieg vorziehen (2030 statt 2038), kein neues Erdgas, Wasserstoff strategisch grün, Strompreis-Reform über Übertragungsnetz-Entgelte und Klimageld.
Kernaussagen der Partei — von Athena faktengeprüft:
- 🟡100 % Erneuerbare bis 2035 sind machbarFraunhofer ISE-Studien zeigen 80-95 % bis 2035 als plausibel, 100 % hängt jedoch von ungesicherten Saisonspeichern, Wasserstoff-Infrastruktur und H2-Importen ab.
- 🟢Vorgezogener Kohleausstieg ist ohne Versorgungslücke möglichMarktdaten 2024 und BNetzA bestätigen, dass Kohle bereits unwirtschaftlich ist und der Ausstieg primär eine Frage des Strukturwandels, nicht der Versorgungssicherheit.
Quelle Position: Grünen-Wahlprogramm 2025, Kapitel Energie
(zu verifizieren)
Prüfgrundlage: Studien, Wertannahmen & Quellen
Geprüft an (Studien/Urteile): Fraunhofer ISE 100%-Studien. Agora Energiewende „Klimaneutrales Stromsystem 2035“. BNetzA Versorgungssicherheits-Bericht 2024.
Wertannahmen hinter der Parteiposition: Annahme: Klimaziel überwiegt Versorgungs-Resilienz-Marge; Technologieoffenheit verzögert Pfad.
FDP
Athena-Faktencheck: 🟢 überwiegend gestützt
Strompreis durch Stromsteuer-Senkung und CO₂-Preis-Rückverteilung (Klimageld) senken; technologieoffen; Kernfusion fördern; Strommarkt-Reform marktorientiert; gegen Industrie-Strompreis-Subventionen.
Kernaussagen der Partei — von Athena faktengeprüft:
- 🟢Klimageld ist effizienteste EntlastungDIW und IW bestätigen die ökonomische Effizienz der Pro-Kopf-Rückverteilung.
- 🟡Industrie-Strompreis-Subventionen verzerren WettbewerbEU-Beihilferecht und ökonomische Theorie stützen die Kritik, aber empirische Studien zeigen auch reale Leakage-Risiken bei Preisdifferenzen.
Quelle Position: FDP-Wahlprogramm 2025, Kapitel Energie & Markt
(zu verifizieren)
Prüfgrundlage: Studien, Wertannahmen & Quellen
Geprüft an (Studien/Urteile): DIW Klimageld-Studien. EU-Beihilferecht. ITER-Projekt-Roadmap. Leakage-Studien ZEW/IW.
Wertannahmen hinter der Parteiposition: Annahme: Marktmechanismen sind effizienter als Subventionen; Pro-Kopf-Verteilung erfasst Gerechtigkeit besser als Branchen-Schutz.
Linke
Athena-Faktencheck: ⚪ Datenlücke
Energiewende sozial gerecht, Vergesellschaftung der vier großen Energiekonzerne, kommunale Energiegemeinschaften, Stromsteuer-Abschaffung für untere Einkommen, kein neuer Gas-Pipeline-Bau.
Kernaussagen der Partei — von Athena faktengeprüft:
- ⚪Vergesellschaftung senkt Strompreise und ermöglicht InvestitionenKeine empirische Vergleichsbasis im deutschen Kontext vorhanden; theoretische Argumente für und gegen Effekte existieren, aber keine belastbare Datenlage.
- 🟡Privatisierung verteuerte den StrommarktPreissteigerungen ab 2008 sind nicht allein auf Privatisierung zurückzuführen, sondern auch auf EEG-Umlage, CO₂-Kosten und Gaspreis-Schock.
Quelle Position: Linke-Wahlprogramm 2025, Kapitel Energie
(zu verifizieren)
Prüfgrundlage: Studien, Wertannahmen & Quellen
Geprüft an (Studien/Urteile): Bundeskartellamt-Sektoruntersuchungen Stromerzeugung. Monopolkommission-Sondergutachten zur Energie. BNetzA-Strommarktberichte 2000-2024.
Wertannahmen hinter der Parteiposition: Annahme: Daseinsvorsorge in öffentlicher Hand > Markt-Effizienz; Profite Energiekonzerne werten als nicht-legitimierte Rente.
AfD
Athena-Faktencheck: 🟡 teils gestützt, teils widerlegt
Atomausstieg rückgängig machen, Kohleausstieg stoppen, EEG abschaffen, Russland-Gas wieder beziehen (Pipeline-Reparatur), Strompreis durch Stromsteuer-Streichung senken, Klimaschutzgesetz kippen.
Kernaussagen der Partei — von Athena faktengeprüft:
- 🟡Atomausstieg hat Strompreis und CO₂ getriebenDer isolierte Effekt des Atomausstiegs auf den Strompreis wird auf 2-8 €/MWh geschätzt, während der Preisrückgang 2023/24 primär auf sinkende Gaspreise und Erneuerbaren-Ausbau zurückging; CO₂-Emissionen stiegen nicht signifikant durch den Atomausstieg.
- 🟡Russland-Gas wäre billiger als LNGPipeline-Gas aus Russland war 2019-2021 günstiger (20-30 €/MWh), LNG-Spot 2024 liegt bei 30-35 €/MWh, aber die Differenz verringert sich und geopolitische Risiken sind nicht quantifiziert.
Quelle Position: AfD-Wahlprogramm 2025, Kapitel Energie
(zu verifizieren)
Prüfgrundlage: Studien, Wertannahmen & Quellen
Geprüft an (Studien/Urteile): ENTSO-E Marktdaten Day-Ahead-Strompreis 2019-2024. BNetzA Stromhandel Monitoring Reports. DIW Wochenbericht 16/2024 zur isolierten Wirkung der Atomstilllegung. UBA Strommix-Bilanz 2023/24. IEA Methane Tracker 2024 für Pipeline-Leakage. Eurostat Industrie-Strompreise EU-Vergleich.
Wertannahmen hinter der Parteiposition: Annahme: nationale Energiebezahlbarkeit > Klima-Pfadtreue und außenpolitische Bindung an die NATO/EU.
BSW
Athena-Faktencheck: 🟡 Datenlücke, teils widerlegt
Sanktionen gegen Russland prüfen (Energie-Preisdruck), Pipeline-Gas weiter beziehen, Atomausstieg überprüfen, Industrie-Strompreis-Subvention, EU-Strompreis-Reform.
Kernaussagen der Partei — von Athena faktengeprüft:
- 🟡Russland-Sanktionen treiben deutsche Energiepreise und DeindustrialisierungKausalattribution an Sanktionen ist empirisch nicht belegbar, da parallele Treiber (globale Gasnachfrage, Atomausstieg, CO₂-Preis) die Preisentwicklung beeinflussen und Großhandelspreise 2024 auf Vor-Krise-Niveau liegen.
- 🔴Atomausstieg überstürztDer Atomausstieg wurde 2011 beschlossen und über 12 Jahre umgesetzt, was die Charakterisierung als „überstürzt“ substanzlos macht.
Quelle Position: BSW-Programm 2025 + Wagenknecht-Reden Bundestag
(zu verifizieren)
Prüfgrundlage: Studien, Wertannahmen & Quellen
Geprüft an (Studien/Urteile): ENTSO-E Großhandelspreis-Daten 2020-2025. BNetzA Strompreisbericht 2024. UBA Strommix-Bilanz. EU-Beihilfeleitlinien Energie/Klima.
Wertannahmen hinter der Parteiposition: Annahme: Industriebezahlbarkeit > außenpolitische Position gegenüber Russland; Energie-Realpolitik > Werte-Außenpolitik.