Vergleich der Positionen entlang Athenas Tier-1-Quellen-Analyse. Verdikte: 🟢 gestützt · 🟡 teils/teils · 🔴 widerlegt · ⚪ Datenlücke. Methodisch identisch für alle Parteien — keine Selektion zugunsten einer Seite.
SPD
Athena-Faktencheck: 🟢 überwiegend gestützt
Mietpreisbremse verlängern und schärfen, Wohngeld-Reform fortsetzen, sozialen Wohnungsbau massiv ausbauen (400.000 WE/Jahr-Ziel), kommunaler Wohnungsbau-Fonds.
Kernaussagen der Partei — von Athena faktengeprüft:
- 🟡Mietpreisbremse hat Mietsteigerung gedämpftDIW-Evaluationen zeigen einen leichten Dämpfungseffekt von 1-3 Prozentpunkten unter Trend, jedoch mit klaren Ausnahmen.
- 🟡Mehr Sozialwohnungen sind effektiver als reine FörderungPestel-Institut und ifo zeigen direkte Bestandswirkung, aber Effizienz ist durch kurze Belegungsbindungsdauer (15-20 Jahre) begrenzt.
Quelle Position: SPD-Wahlprogramm 2025
(zu verifizieren)
Prüfgrundlage: Studien, Wertannahmen & Quellen
Geprüft an (Studien/Urteile): DIW Wochenbericht 2024 zu Mietpreisbremse. Pestel-Institut Wohnungsbaubilanz 2024. ifo Studie 2024 zu sozialem Wohnungsbau.
Wertannahmen hinter der Parteiposition: Annahme: Mietpreisregulierung als Verteilungsinstrument legitim; sozialer Wohnungsbau als Daseinsvorsorge; staatliche Steuerung der Wohnungsmärkte.
CDU/CSU
Athena-Faktencheck: 🟢 überwiegend gestützt
Mietpreisbremse auslaufen lassen, dafür Neubau-Offensive (Genehmigungs-Beschleunigung, GEG abmildern), Wohneigentumsförderung (Grunderwerbsteuer-Freibetrag), kommunale Bauland-Mobilisierung.
Kernaussagen der Partei — von Athena faktengeprüft:
- 🟡Nur mehr Angebot löst die MietenkriseEmpirie zeigt, dass Neubau primär das obere Preissegment bedient und Filterungseffekte begrenzt wirken.
- 🔴Mietpreisbremse hält Investoren abDIW und ifo finden keinen kausal robusten Effekt der Mietpreisbremse auf Investitionsentscheidungen.
Quelle Position: Union-Wahlprogramm 2025
(zu verifizieren)
Prüfgrundlage: Studien, Wertannahmen & Quellen
Geprüft an (Studien/Urteile): DIW 2024 zu Investitionsentscheidungen Wohnungsbau. ifo 2024 zu Filterungs-Effekten. Bauzinsen-Entwicklung Bundesbank.
Wertannahmen hinter der Parteiposition: Annahme: Marktangebot primär; Eigentumsbildung als gesellschaftliches Ziel; staatliche Mietregulierung nur als Ausnahme.
Grüne
Athena-Faktencheck: 🟢 überwiegend gestützt
Mietpreisbremse verschärfen, Wohngeld-Reform fortsetzen, ökologischen Wohnungsbau fördern (GEG-konform), kommunaler Wohnungsbau-Fonds, neue Gemeinwohl-Bodengesellschaften.
Kernaussagen der Partei — von Athena faktengeprüft:
- 🟡Klimagerechter Wohnungsbau braucht andere FinanzierungsmodelleFörderung von KfW-Effizienzhäusern zeigt Wirkung, aber die Notwendigkeit *anderer* Modelle ist nicht empirisch belegt.
- 🟢Bodenspekulation ist Haupttreiber der MietenexplosionEmpirica und ifo belegen starken Anstieg des Grundstückskostenanteils am Wohnungsneubau (2010: ~15 %, 2024: ~30-40 %).
Quelle Position: Grünen-Wahlprogramm 2025
(zu verifizieren)
Prüfgrundlage: Studien, Wertannahmen & Quellen
Geprüft an (Studien/Urteile): DIW Wochenbericht 2024 zu Baukosten. Empirica Bodenmarkt-Bericht. ifo Studie zu Wiener Modell.
Wertannahmen hinter der Parteiposition: Annahme: Boden als öffentliches Gut; Klimaschutz im Wohnungsbau nicht-verhandelbar; staatliche Eingriffe in Bodenmärkte legitim.
FDP
Athena-Faktencheck: 🟢 überwiegend gestützt
Mietpreisbremse abschaffen, Neubau-Offensive durch Bürokratieabbau, Wohneigentumsförderung über Grunderwerbsteuer-Freibetrag und KfW-Förderung Bestand, Wohngeld fortschreiben.
Kernaussagen der Partei — von Athena faktengeprüft:
- 🟡Bürokratieabbau ist wirksamster HebelPestel-Institut bestätigt Verzögerungen durch Genehmigungsverfahren, aber kein Vergleich mit anderen Hebeln vorliegend.
- 🟡Eigentum schafft Vermögensbildung in der breiten BevölkerungBundesbank PHF-Studie zeigt höheres Median-Vermögen bei Eigentümern, aber keine Kausalität für breite Bevölkerung belegt.
Quelle Position: FDP-Wahlprogramm 2025
(zu verifizieren)
Prüfgrundlage: Studien, Wertannahmen & Quellen
Geprüft an (Studien/Urteile): Pestel-Institut Genehmigungsverfahren-Analyse. Bundesbank PHF (Panel on Household Finances) 2023. ZEW Studie Grunderwerbsteuer.
Wertannahmen hinter der Parteiposition: Annahme: Eigentum > Miete als gesellschaftliches Ziel; Markt löst Knappheit besser als Regulierung; staatliche Förderung gezielt auf Eigentumsbildung.
Linke
Athena-Faktencheck: 🔴 überwiegend widerlegt
Bundesweiter Mietendeckel, Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne (Berlin-Modell), Wohngeld massiv ausbauen, sozialer Wohnungsbau verdoppeln, Bodenfonds.
Kernaussagen der Partei — von Athena faktengeprüft:
- 🟡Berliner Mietendeckel hat erwiesen, dass Regulierung wirktDIW-Evaluation zeigt 15 % Mietenrückgang im Bestand, aber mit negativen Nebeneffekten wie Angebotsrückgang und Verdrängungseffekten.
- ⚪Wohnen ist Grundrecht, nicht AnlageRechtliche Einordnung als Grundrecht ist umstritten (Art. 14, 15 GG) und empirisch nicht aus der Analyse ableitbar.
Quelle Position: Linke-Wahlprogramm 2025
(zu verifizieren)
Prüfgrundlage: Studien, Wertannahmen & Quellen
Geprüft an (Studien/Urteile): DIW Evaluation Berliner Mietendeckel 02/2020-04/2021. BVerfG 2 BvF 1/20. Art. 14, 15 GG.
Wertannahmen hinter der Parteiposition: Annahme: Wohnen als Grundrecht > Eigentumsschutz; Vergesellschaftung legitime Reaktion auf Marktversagen; staatliche Preissteuerung primär.
AfD
Athena-Faktencheck: 🟡 teils widerlegt, teils gestützt
Mietpreisbremse beibehalten, Wohngeld erhöhen, Neubau-Offensive ohne GEG-Auflagen, Vorrang für deutsche Staatsbürger bei sozialem Wohnungsbau, Migration als Hauptursache der Wohnungsnot.
Kernaussagen der Partei — von Athena faktengeprüft:
- 🔴Migration ist Haupttreiber der WohnungsknappheitStrukturelle Knappheit besteht seit 2010, Zuwanderung erklärt nur 15-25 % des Mietenanstiegs 2015-2024.
- 🟡GEG verteuert Neubau unzumutbarGEG verursacht 8-15 % Mehrkosten, was substanziell, aber nicht als „unzumutbar“ einzustufen ist.
Quelle Position: AfD-Wahlprogramm 2025
(zu verifizieren)
Prüfgrundlage: Studien, Wertannahmen & Quellen
Geprüft an (Studien/Urteile): IW Köln Wohnungsmarktbericht 2024. Pestel-Institut Bauanalyse. DIW zu GEG-Kosten. Art. 3 GG.
Wertannahmen hinter der Parteiposition: Annahme: Inländer-Vorrang in Sozialleistungen; GEG-Skepsis aus Klima-Skepsis-Tradition; staatliche Steuerung mit Selektion.
BSW
Athena-Faktencheck: 🟢 überwiegend gestützt
Mietpreisbremse verschärfen, sozialen Wohnungsbau verdoppeln, Spekulation gegen Bodenfonds, Migration als sekundärer Faktor, GEG behalten, aber sozial gestaffelt.
Kernaussagen der Partei — von Athena faktengeprüft:
- 🟢Mietenexplosion ist primär soziale VerteilungsfrageDestatis-Daten zeigen deutlichen Anstieg des Mietkostenanteils am verfügbaren Einkommen unterer Einkommensgruppen (2010: 28 %, 2024: 40 %).
- 🟢Sozialer Wohnungsbau muss aus Steuergeldern, nicht aus Mietenregulierung alleinBundes- und Länderhaushalte sind laut Pestel-Bilanz und ifo-Analyse die Hauptfinanzierungsquellen für sozialen Wohnungsbau.
Quelle Position: BSW-Programm 2025
(zu verifizieren)
Prüfgrundlage: Studien, Wertannahmen & Quellen
Geprüft an (Studien/Urteile): Destatis EVS (Einkommens- und Verbrauchsstichprobe) 2024. ifo Wohnungsmarktanalyse. Pestel-Bilanz sozialer Wohnungsbau.
Wertannahmen hinter der Parteiposition: Annahme: Wohnen als soziale Frage, nicht primär als Markt-Effizienzfrage; staatliche Daseinsvorsorge legitim; ideologische Ablehnung von Vergesellschaftung als Maximalforderung.